Orchids inaruhusiwa kuchanua – Orchideen dürfen blühen

Orchids inaruhusiwa kuchanua – Orchideen dürfen blühen

26. Januar 2026 0 Von Carmikahindo

Im vergangenen Jahr war meine innere Gärtnerin verreist. Erschöpfung und Depression vertragen sich nicht so gut mit blühenden Gärten. Also durfte vieles wild wachsen.  Manches wurde um des lieben Friedens willen mit dem Gatten notdürftig gekürzt und eingedämmt und selbst die Grünpflanzen im Wohnzimmer mussten oft darben und nur die trockenheitsresistentesten haben mich überlebt.

Oder auch nicht…🫣

Die vielen lange verborgenen inneren Ambivalenzen und Kämpfe haben sich verstärkt im Außen gezeigt – wieder zu Lasten des mit mir lebenden Gatten, der echt viel ertragen musste mit mir in den letzten 16 Monaten.

Beim Aufräumen gibt es immer diese Momente der Chaosverschlimmerung. Die haben in 2025 sehr lange gedauert…

Wer braucht schon Ordnung, dass Genie beherrscht das Chaos –  war lange meine Devise. Wobei, das diente vielleicht auch dazu,  vor mir und anderen zu verschleiern, dass ich so richtige Ordnung gar nicht durchhalte. Dass ich aber, wenn auch mit einem riesigen Kraftaufwand, in den herumliegenden Stapeln von Papier, den Kunstmaterialien und Kleidungsstücken sehr zielgerichtet 5 Minuten bevor ich es brauche das finde, was jetzt dringend nötig wäre.

Manchmal allerdings auch nicht.

Dann nutze ich meine ausgeprägte Fähigkeit, aus dem was gerade da ist,  etwas zu improvisieren. Und das wirkt dann oft wohlüberlegt und sehr stimmig für die anderen.

Ein Hoch auf meine Intuition 😜 und Kreativität💖.

Was ich im Ungewissen sehe, mache ich sichtbar

Die Reise durch das letzte Jahr hat mir gezeigt, wie viel Kraft dies mich oft kostet. Und wie sehr ich mich in die Hilflosigkeit schieße, wenn ich diese Kraft nicht aufbringen kann.

Die liebe Karindrawings trifft es immer wieder

Ich stehe auf jeden Fall an einem ganz anderen Punkt als vor einem Jahr.

Ich habe mich verabschiedet von Vorstellungen, Menschen, Aufgaben und inneren Verpflichtungen.

Ich habe sehr viel hingeschaut und hingefühlt, und mehr und mehr gelernt wer ich bin.

Ich habe mich ent-täuscht, weil ich mehr und mehr gesehen habe, wie und wo ich mich und andere täusche, weil ich meine Belastungen so gut zu maskieren gelernt habe, dass ich sie selber erst dann merke, wenn sie schon voll fett an meinen Grundfesten nagen.

Ich trauere immer noch um manches, auch um Menschen die ich unterwegs zurücklassen musste. Trauere auch um ein Selbstbild, dass sich als nicht tragfähig erwiesen hat.

Ich lerne neu, meine Energie zu dosieren. Entscheidungen zu treffen, die mich bei allem, was ich mit und für anderen tun möchte,  selbst im Blick behalten. Für mich sind, selbst wenn andere das als gegen sich empfinden.

Ich übe, meine Grenzen wahr zu nehmen und zu achten.

Und gleichzeitig meine Vielseitigkeit und Begabungen zu leben.

Ich bin irgendwie anders normal. Bunter, aber auch widersprüchlicher, vielleicht weil ich mehr bei mir und anderen mitkriege, als das viele andere Menschen so können.

Ich lerne, mich in diesem anders sein selbst immer mehr anzunehmen, um weniger auf die Zustimmung und Bestätigung der anderen angewiesen zu sein.

Gleichzeitig lerne ich, wie sehr ich in der Resonanz mit anderen Menschen meine Lebendigkeit entfalte und spüre.

Ich übe Dankbarkeit. Und die Entscheidung, meine Energie nicht im Fokus auf das Schwierige aufzureiben, sondern bewusst das Gute, das Schöne und Leichte wahr zu nehmen und  immer wieder zu wählen.

Denn es macht einen riesigen Unterschied im Hinblick darauf, welche Wahrheit und Wirklichkeit ich erlebe. Ich habe Einfluss darauf.

Ich darf eine Orchidee sein, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe zwischen Tulpen und Narzissen ganz schön exotisch zu sein.

Und das lange dauert, bis Schrittchen für Schrittchen eine neue Blütenrispe sich bildet und aufgeht.

Vielleicht freut sich jemand an meinen Knospen und  Blüten.

Vielleicht stösst sich auch jemand daran.

Irgendwer wird immer meckern…

Wichtig ist, dass ich mich immer wieder freue. Die Freude puren Seins annehmen und wertschätzen kann.

Ich lerne,  die Erkenntnis mit Leben zu füllen, dass ich tatsächlich der Maßstab für meine eigene Entwicklung bin. Dass es gerade nicht darum geht, sich daran anzupassen, was ein anderer von mir will oder erwartet. Dass es wichtig ist, mir meiner eigenen Erwartungen an mich gewahr zu werden, die ungesunden Spuren einer schmerzhaften Vergangenheit anzuerkennen und dann weiter Schritt für Schritt zu erforschen, was ich denn jetzt möchte und kann.

Vielleicht sind dann diese Möglichkeiten ja viel größer, als mein ängstliches Gehirn mir vorgaukeln mag, weil es mich sicher halten will in dem, was ich schon kenne. Auch wenn es sich längst zu eng anfühlt.

Wer weiß,  wie es kommen wird. Ich nicht. Doch ich lerne, Schritt für Schritt meinen Weg zu verfolgen.

Ich lerne, ganz kleine Schritte zu würdigen.

Ich lerne, Resonanzräume zu finden und zu gestalten, in denen meine Freude atmen darf.

Ich lerne, dass Pläne und Vorstellungen von dem, wie es werden könnte zwar ganz hilfreich sind, um sich auf den Weg zu machen und dass es sowieso ganz anders kommen wird. Und das ist okay.

Solange es stimmig bleibt. Und ich mir und meiner Intuition vertrauen lerne.

Carmikahindo huenda kigeni

Carmikahindo geht immer wieder in die Fremde. In das Fremde draussen in der Welt und in das Fremde in mir.

Es gibt so viel zu entdecken. Ich wünsche mir und euch ein lebendiges und berührendes Jahr 2026, auch wenn ich nicht, wie ursprünglich gewollt,  diesen Post Anfang Januar zu Ende geschrieben habe.

Bleibt behütet

Bis bald

Carmen

carmikahindo

Lebens-Künstlerin

Menschen- und Gotteskind

Pastoressa libera – in Love with life

Lebendigkeits- und Ambivalenz -Coach

Vielbegabte Vielfühlerin und buntes Zebra

Orchidee im Tulpenfeld😜